Kündigung eines Bausparvertrags: Vorlage richtig nutzen

Ein Bausparvertrag kann aus unterschiedlichen Gründen gekündigt werden: Die Sparsumme wird nicht mehr benötigt, ein Immobilienkauf hat sich erledigt oder das angesparte Guthaben soll für einen anderen Zweck verwendet werden. Eine schriftliche Kündigung schafft klare Verhältnisse und erleichtert der Bausparkasse die Zuordnung des Anliegens.

Eine passende Kündigungsvorlage für den Bausparvertrag enthält alle wichtigen Vertragsdaten, den gewünschten Beendigungstermin und Angaben zur Auszahlung. Sie sollte sachlich formuliert, unterschrieben und auf einem nachweisbaren Weg übermittelt werden. So lässt sich später belegen, wann die Kündigung eingegangen ist.

Vor dem Versand lohnt sich ein Blick in die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge. Dort stehen häufig die Kündigungsfrist, Regelungen zur Auszahlung, mögliche Gebühren und Folgen für Bonuszinsen oder staatliche Förderungen. Die folgenden Hinweise helfen dabei, ein Musterschreiben korrekt an die eigene Situation anzupassen.

Gründe für die Kündigung eines Bausparvertrags

Während der Ansparphase können Bausparer den Vertrag grundsätzlich beenden, wenn sie das Guthaben nicht weiter aufbauen möchten. Auch ein Wechsel zu einem anderen Finanzprodukt, ein veränderter Finanzbedarf oder eine unerwartete private Situation kann Anlass für die Kündigung sein. Das angesparte Guthaben wird normalerweise nach Ablauf der maßgeblichen Frist ausgezahlt.

Eine Kündigung ist nicht dasselbe wie der Verzicht auf das Bauspardarlehen. Wer den Vertrag beendet, verliert in der Regel die Möglichkeit, das vereinbarte Darlehen zu den ursprünglichen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Ist der Vertrag bereits zuteilungsreif, sollte deshalb geprüft werden, ob eine Auszahlung des Guthabens oder die Nutzung des Darlehens wirtschaftlich sinnvoller ist.

Auch eine vorzeitige Beendigung kann Nachteile haben. Je nach Tarif können Bonuszahlungen entfallen, Abschlusskosten unberücksichtigt bleiben oder Fördermittel zurückgefordert werden. Eine kurze schriftliche Auskunft der Bausparkasse vor dem Versand der Kündigung kann helfen, den voraussichtlichen Auszahlungsbetrag realistisch einzuschätzen.

Fristen und Vertragsbedingungen prüfen

Die konkrete Kündigungsfrist ergibt sich aus dem Tarif und den Vertragsbedingungen. Bei vielen Bausparverträgen beträgt sie mehrere Monate, häufig drei Monate zum Ende eines bestimmten Zeitraums. Maßgeblich ist meistens der Eingang des Kündigungsschreibens bei der Bausparkasse, nicht das Datum, an dem der Brief abgeschickt wurde.

Wer eine sofortige Auszahlung verlangt, erhält nicht automatisch eine sofortige Vertragsbeendigung. Die Bausparkasse kann die Auszahlung bis zum Ablauf der vereinbarten Frist zurückstellen. In manchen Fällen ist eine vorzeitige Auflösung möglich, dann können jedoch Nachteile wie ein Zinsverlust, eine Bearbeitungsgebühr oder der Wegfall einer Prämie entstehen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen staatliche Förderungen. Bei der Wohnungsbauprämie gelten Voraussetzungen für die Auszahlung und die sogenannte wohnungswirtschaftliche Verwendung. Bei einem Riester-Bausparvertrag gelten zusätzlich die Regeln der geförderten Altersvorsorge. Die Kündigungsvorlage sollte daher keine pauschale Erklärung enthalten, dass sämtliche Vorteile bestehen bleiben.

Diese Angaben gehören in das Kündigungsschreiben

Das Schreiben muss eindeutig erkennen lassen, welcher Vertrag beendet werden soll. Dafür sind der vollständige Name, die aktuelle Anschrift, die Vertragsnummer und gegebenenfalls die Kundennummer erforderlich. Bei mehreren Verträgen sollte jeder einzelne Vertrag mit Nummer und Tarifbezeichnung aufgeführt werden.

Ebenso wichtig ist eine klare Erklärung, zum Beispiel: „Hiermit kündige ich meinen Bausparvertrag mit der Vertragsnummer … fristgerecht zum nächstmöglichen Termin.“ Wer ein konkretes Datum kennt, kann dieses ergänzen und zugleich um schriftliche Bestätigung des tatsächlichen Beendigungszeitpunkts bitten. Für eine übersichtliche Gestaltung können sich Geschäftskundinnen und Geschäftskunden an den Grundsätzen der DIN 5008 orientieren, ähnlich wie bei Vorlagen für Rechnungen.

  • Vollständiger Name und aktuelle Anschrift
  • Bausparkasse, Vertrags- oder Kundennummer
  • Eindeutige Kündigung zum nächstmöglichen Termin
  • Bankverbindung für die Auszahlung des Guthabens
  • Bitte um Abrechnung und schriftliche Kündigungsbestätigung
  • Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift

Die Bankverbindung sollte nur angegeben werden, wenn das Guthaben auf ein bestimmtes Konto überwiesen werden soll. Stimmen Kontoinhaber und Vertragsinhaber nicht überein, kann die Bausparkasse zusätzliche Nachweise verlangen. Eine Kopie des Schreibens und der Versandnachweis sollten zusammen mit den Vertragsunterlagen aufbewahrt werden.

Finanzielle Folgen vor dem Versand bewerten

Die Kündigung beendet das Vertragsverhältnis, führt aber nicht zwingend zur Auszahlung des gesamten erwarteten Guthabens. Entscheidend ist, welche Einzahlungen tatsächlich verbucht wurden, ob Zinsen oder Boni hinzukommen und welche Kosten nach den Vertragsbedingungen abgezogen werden. Eine vorläufige Abrechnung der Bausparkasse schafft hier mehr Klarheit.

Situation Mögliche Frist Typische Folge
Kündigung in der Ansparphase Nach Tarif, häufig mehrere Monate Auszahlung des Guthabens nach Vertragsende
Kündigung vor Zuteilung Nach Vertragsbedingungen Darlehensanspruch und mögliche Boni können entfallen
Kündigung eines geförderten Vertrags Abhängig von Förderregeln Rückforderung oder Verlust von Fördervorteilen möglich
Kündigung eines zuteilungsreifen Vertrags Nach Tarif und Bearbeitung Entscheidung zwischen Guthabenauszahlung und Darlehensnutzung erforderlich
Sonderfall mit abweichender Regelung Individuelle Prüfung Schriftliche Auskunft der Bausparkasse empfehlenswert

Auch Abschlussgebühren werden bei einer Kündigung normalerweise nicht vollständig erstattet. Wurde ein Freistellungsauftrag erteilt und entstehen steuerpflichtige Kapitalerträge, kann die Bausparkasse außerdem einen Freistellungsbetrag oder eine steuerliche Bescheinigung berücksichtigen. Bei größeren Summen sollte die Abrechnung sorgfältig mit den eigenen Unterlagen verglichen werden.

Wer später doch eine Immobilienfinanzierung plant, sollte die Kündigung nicht allein nach dem aktuellen Kontostand beurteilen. Ein älterer Tarif kann einen attraktiven Darlehenszins enthalten, während ein neuer Kredit deutlich teurer wäre. Die Kündigungsvorlage ist deshalb erst der letzte Schritt nach der wirtschaftlichen Prüfung.

Versand und Nachweis korrekt organisieren

Am sichersten ist ein Versand, bei dem sich der Zugang nachweisen lässt. Je nach Vorgaben der Bausparkasse kommen ein Einwurf-Einschreiben, ein unterschriebener Brief oder ein zugelassener digitaler Kommunikationsweg infrage. Eine E-Mail ohne qualifizierte oder bestätigte Zustellung kann als alleiniger Nachweis problematisch sein.

Das Schreiben sollte an die offizielle Anschrift aus dem Vertrag oder dem Kundenportal gehen. Bei einer Kündigung per Online-Postfach empfiehlt es sich, die automatisch erzeugte Eingangsbestätigung zu speichern. Bleibt die Bestätigung aus, kann eine sachliche Nachfrage über den direkten Kontakt des Anbieters der Vorlage sinnvoll sein.

Bei einem gemeinsamen Vertrag müssen alle erforderlichen Vertragsinhaber unterschreiben. Eine Vollmacht sollte beigefügt werden, wenn eine andere Person die Kündigung übermittelt. Nach dem Versand ist zu prüfen, ob die Bausparkasse den Beendigungstermin, die Auszahlungssumme und eventuell noch offene Unterlagen bestätigt.

Kündigungsvorlage individuell anpassen

Eine Vorlage ist ein Gerüst und ersetzt nicht die Prüfung des eigenen Tarifs. Formulierungen wie „zum nächstmöglichen Termin“ sind hilfreich, wenn die genaue Frist unbekannt ist. Wer dagegen ein bestimmtes Datum nennt, sollte sicher sein, dass dieses mit den Vertragsbedingungen übereinstimmt. Andernfalls kann die Bausparkasse die Kündigung auf den nächstmöglichen zulässigen Termin verschieben.

Ein mögliches Schreiben kann so aufgebaut sein:

Vorname Nachname
Straße und Hausnummer
Postleitzahl Ort

Bausparkasse
Anschrift

Ort, Datum

Kündigung meines Bausparvertrags, Vertragsnummer [Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen oben genannten Bausparvertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Eingang dieser Kündigung sowie das Vertragsende.

Das nach Vertragsende auszuzahlende Guthaben überweisen Sie bitte auf folgendes Konto:
IBAN: [IBAN]
Kontoinhaber: [Name]

Bitte senden Sie mir außerdem eine Abrechnung über das vorhandene Guthaben, die gutgeschriebenen Zinsen und mögliche Abzüge.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]
[Vorname Nachname]

Wer den Vertrag nicht vollständig beenden, sondern lediglich die Sparzahlungen einstellen möchte, benötigt ein anderes Schreiben. Eine Beitragsfreistellung lässt den Vertrag bestehen und kann andere Folgen für Zuteilung, Gebühren und Förderungen haben. Diese beiden Anliegen sollten nicht miteinander verwechselt werden. Für ergänzende schriftliche Erklärungen kann eine Bestätigung eines mündlichen Auftrags als Formulierungshilfe dienen, wenn zuvor eine telefonische Auskunft erteilt wurde.

Vor dem Absenden diese Punkte prüfen

  • Vertragsbedingungen und Kündigungsfrist sorgfältig nachlesen
  • Auswirkungen auf Bonuszinsen, Prämien und Förderungen klären
  • Vertragsnummer, Anschrift und Bankverbindung kontrollieren
  • Kündigung von allen erforderlichen Personen unterschreiben lassen
  • Kopie, Versandbeleg und Eingangsbestätigung dauerhaft speichern

Mit einer vollständigen Kündigungsvorlage lässt sich der Vorgang meist schnell und übersichtlich erledigen. Tragen Sie die persönlichen Vertragsdaten ein, passen Sie den Beendigungstermin an und senden Sie das Schreiben mit einem geeigneten Nachweis an die Bausparkasse. Bewahren Sie die spätere Abrechnung auf, bis alle Zahlungen und steuerlichen Angaben geprüft sind.